wanderlust
Seit meinem Studium beschäftige ich mich mit dem Werk Caspar David Friedrichs. Was mich immer aufs Neue fasziniert hat war der Umstand, dass ich durch seine Figuren die Landschaft wie durch ein Brennglas verdichtet und gebündelt empfinde. Ich habe eine seiner Figuren in Lebensgröße nachgebaut und habe mich auf den Weg gemacht. Ich habe eine dem Geist der Romantik verpflichtete Reise gemacht. Immer wenn ich eine Landschaft entdeckte, deren Atmosphäre zu mir sprach, habe ich die Figur in diese Landschaft gesetzt und sie photographisch festgehalten. Meine Reise führte mich nach Luxemburg, ins Hohe Venn, an die belgische Küste, nach Calais und an die Opalküste. Doch auch danach hatte ich diese Figur stets bei mir. So kam ich in deutsche Mittelgebirge, an den Elbestrand von Blankenese und immer wieder in den Taunus, in dessen Nähe ich lebe. Vor Ort ersann ich Gedichte, die meine Empfindungen klar und einfach wiederzugeben versuchten. „wanderlust“ ist dem Vertrautwerden der Landschaft verpflichtet. Wenn ich diese Bilder betrachte, empfinde ich durch die Zentralfigur, in der die Landschaft steht, die charakteristische Atmosphäre. Es ist ein nicht abgeschlossenes Projekt, das mich an die unterschiedlichsten Orte in näherer und mittlerer Entfernung führt, gerade so als durchwanderte ich europäische Landschaften.